Kardiologie aus Biopsychosozialer Perspektive

Lübeck, 3. August 2013
09:00 - 17:00 Uhr



 

Info Programm Komitee Veranstaltungsort Anmeldung Sponsoren & Partner Info-pdf

 

Die Kardiologie hat aus mehreren Gründen eine zentrale Stellung innerhalb der medizinischen Wissenschaften. Aber auch der medizinisch nicht geschulte Mensch erlebt über seinen Herzschlag einen Gutteil seiner leiblichen Lebendigkeit und gerät in Aufruhr, wenn sich ungewohnte Rhythmik, Beklemmung oder Schmerz in der Herzgegend einstellen. Nach Jahrzehnten intensiver Forschung wurden – früher als in etlichen anderen hardcore Fächern der Medizin – auch die Bedeutung psychologischer Risikofaktoren für die Ausbildung von Herz-Kreislauferkrankungen erkannt. Über die sog. Typ A-Forschung konnte sich im Rahmen des verhaltensmedizinischen Risikofaktorenkonzepts eine eigene Psychokardiologie entwickeln. Der damaligen Psychosomatik geschuldet ist allerdings die Dichotomie von Körper und Seele und ein nie wirklich gelungenes Verständnis einer Wechselwirkung von physiologischen und psychologischen Einflussgrößen.

Erst mit einem systemtheoretisch begründeten biopsychosozialen Modell, in dessen Mittelpunkt die bodymindunitytheory steht, liegt ein schlüssiges Konzept für eine nicht in Physis und Psyche aufgespaltene wissenschaftliche Medizin vor, von der auch die Kardiologie profitieren kann. Seelische Phänomene – also Kognitionen, Emotionen und darauf begründetes Handeln – sind selbst immer und zugleich auch physiologische Prozesse. Körper und Seele stehen also nicht in einer Wechselwirkung, sondern sie sind Teil eines jeweils gemeinsamen Prozesses. Für komplexere kardiologische Vorgänge macht es daher Sinn, physiologische und psychologische Prozesse eingebettet in die jeweiligen Umgebungsbedingungen parallel zu erfassen und auch für therapeutische Interventionen parallel zu nützen – dies ist das Konzept der parallelen Diagnostik und parallelen Therapie.

Das Symposium soll diesen biopsychosozialen Ansatz skizzieren und anhand ausgewählter Problemstellungen exemplarisch zur Diskussion stellen. Zu dieser bisher einzigartigen, interdisziplinären Veranstaltung sind Sie herzlich auf unseren Lübecker Campus eingeladen!


Josef Wilhelm Egger, Michael Trapp (Graz) & Johannes Baulmann (Lübeck)


 

 

 

BIOPSYCHOSOZIALE MEDIZIN IN DER LEHRE

auf dem Weg zu einer integrierten wissenschaftlichen Medizin für das 21. Jhd

Optimierungen für das Curriculum der Humanmedizin